Killer Princeton

Hier wird ein Princeton Reissue aufgemotzt:

  • Mercury Magnetics Trafos
  • Neues Baffleboard mit
  • Weber 12" Speaker
  • 6L6GC Endstufenröhren

Wenn das nicht rockt....

Und dafür nehmen wir nicht irgendeinen Princeton Reverb RI sondern diesen kleinen orangen Teufel aus der Limited Edition vom Fender Custom Shop.

Den hat mir der Chris vorbeigebracht. Chris hat das Problem daß der Amp zwar einigermaßen gut klingt, aber zu schnell in die Knie geht wenn er ihn in seiner Band spielt.

Aber da kann man doch was machen! ;)

 

Als erstes kommt gleich mal der Netztrafo raus und auch die taiwanesischen Elkos, die taugen nämlich garnix.

 

 

Hier sieht man auch gleich den zusätzlichen Elko den man braucht wenn man einen StandBy Switch einbaut. 

Die Gleichrichterröhre muß nämlich ein Lade-C haben und außerdem puffert der den Stromstoß wenn eingeschalten wird.

Der StandBy Schalter ist hier ein Kombischalter OFF/StandBy/ON, dann muß man kein extra Loch in den schönen Verstärker bohren.

 

 

Dann baun wir uns ein Baffleboard und sägen ein großes, fast rundes Loch rein. Der Speaker wird aussermittig montiert damit er dem Monster-Ausgangsübertrager nicht in den Weg kommt.

 

 

 

Das isser, der Weber 12F150, 50W kann er, das sollte reichen.

So, alle Trafos sind drauf. Die Drossel hat der Princeton normalerweise nicht. Aber die macht uns den Amp noch ein bisschen dynamischer und verbessert die Siebung.

Die 6L6 sind auch schon drin und der Bias ist auf 32mA eingestellt. Das geht mit dem originalen Netztrafo nur bedingt, denn der hat nicht genug Heizstrom für die 6L6.

 

 

Hier sieht man den Unterschied deutlich, der Mercury Magnetics Fat Stack Trafo hat fast 25% mehr Eisen!

 

 

Und der Ausgangsübertrager ist fast doppelt so groß!!

Das Baffleboard bekommt noch ein paar Leisten aufgeleimt und ein bisschen schwarze Farbe.

 

Und wenns morgen trocken ist kommt die Bespannung drauf und dann schaun wir mal was der Kleine so drauf hat! :))

 

Stay tuned...

So, über Nacht getrocknet, dann bezogen und montiert.

 

Chris hat sich Marshall Salt&Pepper Bespannstoff ausgesucht, der paßt viel besser zum orangen Tolex als der silberne Fender Stoff.

 

Und ein Boogie Schild, denn die ersten Mesa Boogies waren ja auch umgebaute Princetons.

So, angesteckt und abgerockt! Der Amp hat jetzt statt 13Watt knapp über 20.

Und die bleiben jetzt auch in den Bässen schön straff. Will man noch mehr Leistung muß man den Trafo vom Pro Amp nehmen, der hat einen höhere Anodenspannung. Aber dann kann man keine 6V6 mehr verwenden und außerdem sind Metallarbeiten am Chassis notwendig, der Pro Trafo hat andere Maße.

Ich hab noch die Koppelkondensatoren gegen Orange Drops ausgetauscht und am Eingang zum Phasendreher durch einen NOS Ceramic Disc Cap, so wie das bei den alten Blackface auch ist.

Den Kathodenelko der zweiten Stufe hab ich durch einen 680nF ersetzt, das macht die Bässe ein wenig schlanker und betont die Tiefmitten mehr.

Als V1 hat mir eine Valvo ECC83 am besten gefallen, Die Endstufenröhren sind Old Style Ruby 6L6GC-STR, die alte Version ist besser als die aktuelle vom TAD. Die anderen Groove Tubes Vorstufenröhren sind ok.

Die Versorgungsspannung des Phasendrehers kommt einen Abgriff früher ans Netzteil, das gibt mehr Headroom.

Dann noch die Hallintensität reduziert, jetzt kann man den Regler auch über 2 aufdrehen.

Ach ja, die Herren bei Fender:

Die Gitterwiderstände an den Endstufenröhren gehören an den Röhrensockel, und nicht 3m weit weg auf die Platine! Und wenn wir schon dabei sind: Die Gitterleitungen macht man immer so kurz wie möglich, die Anodenleitungen können etwas länger sein.

Wer sagt denn die Reissue Amps von Fender taugen nichts????

ICH!

Es ist wirklich erschreckend was die Jungs da zusammennageln. Der Schaltplan des Blackface Princeton Reverb mag 1:1 kopiert sein, aber das macht noch lange keinen guten Ton. Neben offensichtlichen Fehlern im Aufbau ist die Qualität der Bauteile miserabel. Keine Ahnung was der Amp mehr kosten würde wenn man ordentliche Trafos und Kondensatoren verbauen und einen guten Speaker einbauen würde.

 

Aber dann hätte ich ja nix mehr zu tun!

DANKE, Fender!

 

O-Ton vom Besitzer:

 

Captain wir haben ein Problem…….

 

Besser gesagt: ich hatte ein Problem.

Als ich stolz meinen neu angeschafften Fender Amp in den Bandraum brachte und mit unserem Drummer ein wenig rocken wollte, bekam ich unmittelbar das Feedback „ der Amp ist scheiße!!! Nimm wieder deinen alten“. Ich versuchte mich raus zu reden und begründete es damit das Fender Amps nun mal so dreckig klingen wenn man sie voll aufreißt. Doch ehrlich, der Amp klang echt scheiße. Was im Laden und Zuhause bei Volume 2-3 noch Fenderlike mit meiner Tele und der Strat klang, gab ziemlich schnell bei 5-6 und darüber hinaus den Geist auf.

Nun einige von euch werden sagen, klar was hat der Junge den erwartet, ein 13Watt Amp kann mit einem Schlagzeug nun mal nicht mithalten und der Princeton war schon immer nur als Übungsamp gedacht. Stimmt, aber ich wollte nun mal mehr, das Ding muss getuned werden. Nach ein paar stunden im Internet kam ich auf die Seite vom Captain und stellte fest das seine Werkstatt nicht all zu weit von mir weg war und rief gleich mal an. Nach einem sehr aufschlussreichen Gespräch machte ich einen Termin aus und war gleich eingenommen von der coolen Atmosphäre in Captains Werkstatt. Der Captain hat sich sehr viel Zeit genommen mit mir alles durchzusprechen und alles zu erklären. Das Ziel war nun klar, neben der kosmetischen Veränderung mit der Frontbespannung, soll das Ding voll aufgepumpt werden, mit allen Mitteln.

Resultat:

Aus dem zurückhaltenden Prince Adam wurde He-Man…

Nun nicht ganz!!! der Captain hat ja kein 100 Watt Monster erschaffen

sonder einen Amp mit 20 Watt.

Aber definitiv ist aus einem Highschool Nerd, dem beim Sprint zur Videothek die Puste ausgeht ein strammer Sportler geworden der nun voll mithalten kann.

Meine Bandkollegen, besonders der Drummer, waren stark begeistert.

Bis Volume 5 bleibt er clean und wird dann ab spätestens 8-10 schön zerrig… J

Der Amp stellt nun eine echte alternative zu meinem Mesa dar und ist unmittelbar ins Setup integriert worden (jetzt hab ich wieder keinen Röhren Amp zuhause stehen %&#..)

Außerdem sieht der Amp voll geil aus und wenn man jetzt hinten rein schaut denkt man nicht mehr man an ein Kinderspielzeug, sondern sieht eine echte Profi Powermaschine.

Der Captain hätte mal den 10Zoll Speaker abbilden sollen, spätestens da hab ich gemerkt dass der Mist nicht funktionieren kann.

Abschließend stellt sich die Frage nach dem Sinn (oder Unsinn).

Vintage bleibt Vintage und Reissue bleibt Reissue.

Moderne Autos werden nie den Charakter eines Alten Wagens haben und neue Autos sind teilweise so langweilig das man sie tunen muss.

Muss man aber einen Fiat Uno zum Porschekiller machen???

Warum nicht, es ist immer interessant was man aus so manchen Kisten rausholen kann.

Im Fall des Princeton sag ich ja, da er nun ein wirklich ernst zu nehmender Amp geworden ist der super Laune macht und von dem man es eben nicht gleich erwartet.

Er hat sich die Boogie Plakette verdient und bedanke mich hiermit beim Captain für seine tolle Arbeit.

 

Keep on rockin`

 

Chris



Mittlerweile gibts auch einen Killer Princeton II.