Centerfolds

Miss September entführt uns in die späten Siebziger.

Neben der Seeburg Musicbox lehnt ein 79er Gibson RD Artist Bass an einer 78er Orange 4x12" Box mit einem Ampeg V4B Topteil aus 1979.

Der RD Artist war Gibsons erster aktiver Bass. Neben den beiden Volume-Reglern gibt es einen Treble und einen Bass Regler, beide können die Frequenzen sowohl absenken als auch anheben. Zum üblichen Pickupschalter gesellt sich ein weiterer Dreiweg-Schalter mit dem entweder eine Bright-funktion aktiviert werden kann oder eine Compressor-Funktion für den Neck-Pickup und eine Expansion-Funktion für den Bridge-Pickup. In der Mittelstellung sind beide Funktionen deaktiviert, nur die aktive Klangregelung bleibt immer in Betrieb, denn der Bass hat keine Passiv-Funktion. Wer's ganz genau wissen will, auf FlyGuitars gibts eine detailierte Beschreibung.

Der Ampeg V4B war immer der kleine Bruder des SVT, ist aber wegen des humaneren Gewichtes mittlerweile beliebter als sein grosser Bruder. Dessen 300watt sind ja auch irgendwie ausserirdisch, mit gut 100Watt des V4 ist man mehr als ausreichend motorisiert.

Die 4x12" Orange Box mit den vier G12H Blackbacks setzt die elektrische Energie hervorragend in bewegte Luft um.

Insgesamt eine klassische Bassanlage mit der man für jedes Genre perfekt eingekleidet ist.

Alle Teile sind in einem sehr guten Zustand, stehen in der Guitar Lounge zum Verkauf und können gerne angetestet werden. Nur die Seeburg bleibt da.

 

Es gibt sie noch, die Schnapper, die guten Gelegenheiten, die Glücksgriffe, die Chancen. Hier ist eine.

Diese 61er Strat klingt aussergewöhnlich gut, schwingt wie der Teufel, ist völlig original und sieht traumhaft aus. Der originale Koffer ist dabei und sogar der Aschenbecher ist noch da. Und CITES für das Griffbrett aus Rio-Palisander ist auch schon gemacht.

Zusätzlich ist die Historie nachvollziehbar, denn sie wurde 1988 für das Musiker Magazin abgelichtet, das heisst heute Gitarre & Bass.

Warum sie da als 59er beschrieben wurde ist nicht klar, aber die Signatur der Abwetzungen auf der Rückseite ist wie ein Fingerabdruck und identifiziert sie zweifelsfrei.

Solche Gitarren kosten mittlerweile zwischen 27 und 30 Kilo-Euro, und wäre der jetztige Besitzer nicht in Geldnot, würde er sie sicherlich nicht veräußern.Denn das hier ist eine tolle Geldanlage für das Alter, mit der man auf dem Weg dahin auch noch jede Menge Spaß haben kann.

Aber so gibt er sie zum Festpreis von 22997,- Euro ab, und wäre ich flüssig hätte ich sie gleich selbst verhaftet :(
Auch, weil sie so gut zu meinem 61er Super Amp passt, dessen Tolex ist 100% identisch mit dem auf dem Koffer dieser Gitarre und wurde nur bis Mitte 1961 so verwendet.

Also, denkt nicht lange nach, wer sichs leisten kann und eine gute alte Strat sucht macht hier nichts verkehrt. Und jammert mir bloß nicht in fünf Jahren die Ohren voll, dass die alten Slabboard Strats nicht mehr bezahlbar sind ;)

 

Miss Juli ist eine echte Rarität, nur 150 Stück wurden zum vierzigsten Geburtstag der Stratocaster im jungen Fender Custom Shop hergestellt und an ausgewählte Händler, sogenannte Diamond Dealers ausgegeben.

Die Jungs haben alle Register gezogen, getiegerte Ahorndecke, Birdseye Maple Neck und 24 Karat Gold soweit das Auge reicht. Sogar die Polepieces der Pickups sind vergoldet! Das Pickguard ist aufwändig graviert und auch die Einlage am 12. Bund ist unglaublich fein gearbeitet.

Diese Gitarre stammt aus erster Hand und wurde kaum gespielt, denn die hauchdünne Goldauflage ist noch komlett erhalten. Und das trotz ihres 25. Geburtstags!

Der Captain High Power Tweed Twin ist dagegen fast schon langweilig, wäre da nicht dieser druckvolle Ton, diese Energie und diese Ansprache, die kein anderer Tweed Amp zu bieten hat.

Die Strat kann man sofort mitnehmen, auf einen Captain FTTHP59 muß man drei Monate warten. Lohnt sich aber ;)

 

Miss Juni ist für die Perfektionisten unter euch. Diese Paul Reed Smith Private Stock Semiacoustic ist eine der aufwändigsten Gitarren, die wir je in der Lounge hatten. Paul's Extraordinary East Coast Curly Maple Top im Faded Indigo Finish, das ist nicht zu toppen! Ausser vielleicht durch das Binding an Hals und Kopfplatte und den Mother Of Pearl Bird Inlays. Diese Gitarre ist ein Kunstwerk, ein Ausstellungsstück, eine Skulptur.

Der Mesa Boogie MKIII mit dem Gehäuse aus Flamed Walnut passt da gut dazu.

Volle Hütte mit allen aufpreispflichtigen Optionen: Graphic EQ, Reverb, Simul Class Endstufe und Electro Voice EVM12L Speaker, mehr ging damals nicht.

Carlos Santana hat bewiesen, dass diese Kombination bestens funktioniert.

Beide kosteten zu ihrer Zeit soviel wie ein Kleinwagen, sind jetzt relativ erschwinglich und in der Lounge käuflich zu erwerben.

Und bei beiden werden die Preise wohl kaum mehr sinken, ein Investment mit hohem Spaß-Faktor!

 

Alles neu macht der Mai, sagt der Volksmund. Zum Glück stimmt das nicht, wär schade um diese 56er Les Paul Junior. Selten eine so originale, stimmige, inspirierende, gut klingende und üppig schwingende Gitarre in der Hand gehabt.

Für 63 Jahre ist der Zustand sehr gut, auch wennn sie reichlich Gebrauchsspuren aufweist. 3129 Stück wurden 1956 gebaut, die günstigste Gitarre der Les Paul-Reihe war die meistverkaufte. Aber nicht viele haben die Zeit so original überstanden, selbst die ersten Bünde sind noch gut spielbar.

 

Der 54er Gibson GA40 mit dem Zusatz Les Paul ist viel seltener, und auch er hat die Jahre erstaunlich gut überstanden. Schaltungstechnisch ist er einem Fender Tweed Deluxe sehr ähnlich, allerdings verträgt er sich wesentlich besser mit Humbucker-Gitarren. Und auch mit dem P90 der Junior erzeugt er diesen süßlichen Ton, der einen nicht mehr losläßt.

 

Sich eine Gitarre von einem Fender Masterbuilder bauen zu lassen ist eine besondere Sache, meist nur den Top-Stars unter den Gitarristen möglich und sicher mit einer nicht unerheblichen Summe an Dollars und unendlicher Wartezeit verbunden.

Da trifft es sich gut, wenn man für den deutschen Fender-Vertrieb arbeitet, öfter mal in Corona verweilt und die Masterbuilder persönlich kennt.

Und so hat sich Helmut Köster 2005 einen Traum verwirklicht.

Wie er mir bei einem Besuch in der Captain Guitar Lounge erzählt hat, war eine Fender Jazzmaster in der Custom Colour Simenole Red, die er in den Sechzigern in einem Schaufenster eines Musikladens gesehen hat, der Auslöser, einen Job bei Fender Deutschland anzunehmen. Und nach 41 Jahren bei Fender hat er sich eben jene Gitarre im Custom Shop nachbauen lassen. Aber nicht von irgendeinem Masterbuilder, sondern vom Master aller Masterbuilder, quasi dem Gründer des Fender Custom Shop, dem 2007 viel zu früh verstorbenen John English.

Und weil der Helmut eigentlich Schlagzeuger ist hat er diese Gitarre nie gespielt, sondern in seinem Musikzimmer an die Wand gehängt.

Und so sieht sie auch aus, quasi unberührt mit nur minimalen Plektrumspuren auf dem Pickguard. Kaum zu glauben dass sie am 25. April ihren vierzehnten Geburtstag hat!

Der Verstärker ist zwei Jahre jünger und nicht minder exotisch. Gary Onofrio baut sie wieder auf Anfrage, die Sonny Jr. Amps, aber dieser hier war eine Sonderanfertigung für Swissisippi Chris Harper, einem Schweizer Harp-Spieler und Wahl-Amerikaner. Obwohl der Amp für Blues Harp ausgelegt ist klingt er auch mit einer Gitarre sensationell. Kein Wunder bei dieser Bauteilauswahl!!

 

Miss März sind gleich acht Fender Stratocaster, gebaut zwischen 1977 und 1981.

(vlnr: 1977 Sunburst Hardtail, 1978 Sunburst, 1978  Natural Hardtail, 1978 Sunburst Hardtail, 1979 Sunburst, 1981 Black, 1981 Natural, 1981 Sunburst)

Diese Gitarren haben einen zweifelhaften Ruf, wie ich finde oft zu Unrecht. Klar, manche sind schwer wie ein Anker, haben miserable Halspassungen und klingen ein bisschen dünn. Aber das Märchen, dass die Dreilochverschraubung schlechter wäre als die mit vier Schrauben ist einfach falsch. Wenn der Hals in der Tasche flach aufliegt und nicht durch die Tilt-Schraube den Kontakt zum Body verliert, haben auch diese Gitarre ordentliches Sustain und ausreichend Bässe. Noch sind die Gitarren aus dieser Zeit relativ günstig, und wer sich jetzt ein originales Exemplar in sehr gutem Zustand zur Seite legt, macht in Zeiten in denen man über Strafzinsen auf Ersparnisse nachdenkt sicher nichts verkehrt.

Und was nach 1981 von Fender USA kam hatte lange Zeit mit einer Stratocaster nicht mehr viel gemeinsam.

 

Im Hintergrund sieht man einen 79er Super Reverb und einen 76er Vibrolux Reverb, beide eine perfekte Ergänzung zu jeder Strat.

 

Miss Februar ist schon wieder eine Gibson Les Paul und schon wieder ein Marshall. Ja fällt dem Captain denn garnichts anderes mehr ein?

Naja, im Prinzip schon, aber...

Die Paula ist ein schönes Exemplar aus 1974, ist in der Lounge On SALE und ich frag mich immer, warum die Leute lieber nachgemachte Gitarren aus dem Custom Shop kaufen, anstatt ein Original. Die Custom sieht gut aus, klingt mit ihren T-Top Humbuckern sensationell, ist nicht zu schwer und macht reichlich Spaß. Nebenbei kann man mit ihr sein Geld sicher besser anlegen als auf jeder Bank, und im Gegensatz zu neuen Gitarren kann sie eigentlich nicht an Wert verlieren.

Das Eigentliche Highlight auf diesem Bild ist allerdings der Verstärker. Dieser frühe Marshall Combo wird oft als Bluesbreaker bezeichnet, das trifft aber eher auf die Amps der zweiten Serie zu, von denen der Eric einen in seiner Zeit bei John Mayall gespielt hat. Er hatte auch einen aus der ersten Serie, den mußte er allerdings bei seiner überstürzten Abreise nach einer Griechenland-Tournee dort zurücklassen.

Angeblich hat Jim Marshall nur deshalb einen Combo gebaut, damit er in den Kofferraum von Eric's Auto passt. Bei den Abmessungen dieses Gerätes muß der allerdings ein ziemlich großes Auto gehabt haben und zudem ordentlich Muckies, denn der Amp ist sehr schwer und total unhandlich.

Dieses Exemplar ist nach 54 Jahren in einem unglaublich guten Zustand und klingt Dank der Celestion Alnico Speaker viel cremiger und runder als die späteren Combos mit den Greenbacks. Das Block Logo, die Clapton Knobs und das Radio Spares Grillcloth datieren den Verstärker die Jahreswende 1964/65.

Der Amp steht nicht zum Verkauf.

 

Mit zwei Klassikern eröffnen wir das neue Jahr.

Die Gibson SG stammt von 69 oder 70, so genau kann man das bei Gibsons aus dieser Zeit nicht sagen, die Seriennummern wurden bunt durcheinander-gewürfelt und oft mehrfach vergeben. Und die Poticodes sind ziemlich unlesbar. Das Lyre Vibrato arbeitet in etwa so präzise wie ein Bigsby, schaut aber noch geiler aus! Leider hat sich die Lady mal ordentlich den Hals gebrochen, aber offenbar war ein guter Chirurg am Werk, sie schwingt immer noch sensationell und hat nichts von ihrer Dynamik verloren.

Ein Laney Supergroup ist an sich schon selten, aber die Raritäten sind immer die Boxen, es gibt wesentlich mehr Topteile am Markt.

Dieses 60W Topteil stammt von 1972, die G12M Greenbacks in der schrägen Box von Ende 1971.

Zusammen generieren sie den typischen 70ies Hardrock-Sound, Tony hätte sicher seine Freude daran!

Das Halfstack kann man hier kaufen, die SG kommt in den nächsten Wochen On Sale.

 

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