Marshall Modifications

Marshall DSL20

DSL20 – auch da haben wir mal was vorbereitet!

Vorspann

Der DSL20 ist seit Anfang 2018 auf dem Markt und der Nachfolger des DSL15 – Marshall hat, vermutlich, auf die Rückmeldungen zum DSL15 reagiert und die neue Version mit den Features ausgestattet, die vorher schmerzlich vermisst wurden: Reverb und Effektweg! Die DSL typische Kanalaufteilung wurde beibehalten, der EQ wurde um einen Resonance-Regler erweitert und der neue Standby-Schalter mit Hi-Low-Funktion, bekannt aus der Studio-Serie, wurde auch mit aufgenommen. Dabei ist der Deep-Switch, sowie die Pentode-Triode-Umschaltung weggefallen. Auch in der Endstufe hat sich was getan, hier arbeiten jetzt zwei EL34 mit Kathoden-Bias, statt der zwei 6V6 im DSL15. Neben der Endstufe ist auch die Vorstufe röhrenbetrieben – „Vollröhrenverstärker“ möchte ich jetzt nicht schreiben, da der Reverb und der Effektweg über ein DSP gesteuert werden und das Signal darüber läuft – aber die tonbildenden Elemente sind röhrengetrieben und das macht es aus! Headphone out & MP3 in sind ebenso zwei moderne Features, die gerne genommen werden, vor allem zu Hause und bei einem Übungsverstärker.

Und die ganze Kiste gibt es, Stand 2020, neu als Head für 430€. Eigentlich unfassbar. Klar, die ganze DSL-Reihe ist „made in Vietnam“, aber mit soliden Bauteilen und bekanntem englischem Design. Als Topteil heißt er DSL20HR, als Combo DSL20CR – intern sind die Verstärker identisch.
Zwei Indizien lassen sich übrigens auf dem Verstärker finden, die dem DSL20 als Nachfolger des DSL15 entlarven:

Auf der Rückseite ist die Leistungsangabe von 20 Watt (über der Lautsprecherausgängen) mit einem Schild aufgeklebt, darunter befindet sich die Leistungsangabe: 15 Watt. Außerdem lautet die Beschriftung der Platine im Inneren „DSL15M2“, also DSL15 Mark 2.
Das als Vorgeschichte.

Lange genug im den heißen Brei herumgeredet: Natürlich gibt es auch wieder ein paar Punkte, die wir anders machen würden – eh klar!

Verbesserungspunkte

Wer einen DSL20 besitzt wird relativ schnell auf ein paar Punkte aufmerksam und wer keinen sein Eigen nennt und über den Kauf nachgedenkt - hier unsere Ansatzpunkte:

Kanalabstimmung

Leider typisch für die ganzer DSL-Reihe sind die beiden extrem unterschiedlichen Kanäle. Auch der DSL20 ist hiervon betroffen. Der Classic-Gain-Kanal schafft es kaum bis in den Crunch, der Gain-Regler greift eigentlich nur im Bass Bereich ein, d.h. der Ton wird nur dicker und nicht verzerrter. Schnell ist man bei 10 angelangt und dann ist leider Schluss. Also auf den Ultra-Kanal wechseln! Dort geht dann sowas von der Punk ab, dass man sich ungern über 12Uhr bei der Gain-Stellung traut. Wo ist das Mittelmaß? Wo sind die „alten“ klassichen Rock-Sounds die den Hersteller so berühmt gemacht haben? Diesen Sound sucht man leider vergebens…

Außerdem ist der Verstärker im Vergleich zu anderen Modellen etwas un-dynamisch und reagiert relativ langsam auf den Saiten-Attack, vor allem bei größeren Lautstärken. Der DSL15 war damals viel rockiger.

Regelweg Clean Kanal

Neben der „komischen“ Abstimmung des Classic-Gain-Kanals fällt auf, dass er sich schwer auf geringe Lautstärken einstellen lässt. Selbst im unteren Einstellbereich ist man sehr schnell relatv laut, dafür passiert ab 12Uhr bei beiden Regler relativ wenig. Schade.

Tone Stack Shift-Button

Auch hier bin ich mit der Auswahlmöglichkeit nicht einverstanden. 70% der Tonänderung kommt durch eine Reduzierung des Mitten-Anteils – dafür ist aber eigentlich der Mittenregler gedacht. Wenn ich weniger Mitten möchte, dreh ich den Regler zurück – dazu braucht es keinen Knopf. Da lässt sich doch mehr raus holen…
Zwei Versionen des FX & Reverb

Bei der Implementierung des Reverb scheiden sich anscheinend die Geister bei Marshall: Denn in der kurzen Zeit gibt es bereits zwei Versionen des DSL20, beide problembehaftet:

1. Version: Volumenregler vor DSP-Board. Amp rauscht bei Volumen 0. Bei angeschlagener Saite und Reverb auf 100% kann man die Hallfahne nicht über den Volumenregler wegdrehen (hier muss man schnell sein).

Diese Version ist die „neuere“, eigentlich bessere Variante.

Vorteile: Effektwegpegel ist vom Kanal-Volumen und nicht rein vom Gain-Regler abhängig. Ebenso verhält es sich mit dem Kopfhörerausgang.

Nachteile: Amp rauscht.

2. Version: Volumenregler nach dem DSL Board. Hier lassen sich fast alle Nebengeräusche wegdrehen und auch die Hallfahne ist volumenabhängig.

Vorteil: Amp rauscht nicht.

Nachteile: Lautstärkeprobleme im Effektweg und beim Kopfhöhrerausgang.

HI-LOW-Power Switch

Eigentlich ein cooles Feature, der Standby-Schalter lässt zwischen 10 und 20 Watt Ausgangsleistung auswählen. Dabei wird die Anodenspannung der Endstufenröhren umgeschaltet, durch die Kathoden-Bias-Schaltung regelt sich der Ruhestrom automatisch nach.
Um den gewünschten Effekt zu bekommen ist allerdings ein bisschen nachgeholfen worden: in der Low-Stellung wird außerdem der Pegel reduziert. Das kann man aber auch mit dem Volumen-Regler machen und braucht keinen Knopf dazu.

Die geänderte Anodenspannung hat nur einen 20%tigen Anteil der tonalen Änderung, der Rest ist die Lautstärkeabsenkung.

 

#tl;dr:
Kanal1 zu wenig, Kanal 2 zu viel Gain. Tone-Shift uneffektiv. Rausch- und Lautstärkeprobleme je nach Version. Power-Switch geht auch besser.

 

Pakete

Genug beschwert, was kann man machen?!

Vorstufenmod – 147€

Wir bauen die Vorstufe um! Also richtig und nicht nur ein bisschen Bauteiltauscherei.
Die fehlende Kathodenfolgerschaltung (die eigentlich alle Marshalls verbaut haben) wird nachgerüstet, dadurch bekommen der Classic-Gain Kanal mehr Gain und zerrt schon richtig. Der Ultra-Kanal bekommt im gleichen Zuge weniger Gain und schließt dann lückenlos an den ersten Kanal an. Beide Kanäle gehen dann Richtung Klassik-, Hard-Rock, das „Ultra“ fällt raus.
In diesem Zug tauschen wir die Potentiometer im Classic-Kanal, damit er sich richtig regeln lässt.

Tone-Stack Mod – 57€

Wir verbauen die zwei klassischen Tone-Stack-Schaltungen, die mittels des Druckschalters umgeschaltet werden können. Die vorhandene Umschaltung wird teilweise entfernt, da redundant zum Mittenregler.

Die Stellung unterscheiden sich im Anteil des Mittenspektrums, also in der Fülle des Tones. Super um den Unterschied zwischen Single Coil und Humbucker anzupassen.

Choke Mod - 67€

Die Drossel muss rein – period! Mehr Dynamik, mehr Saitentrennung, weniger Kompression. Klingt leider viel zu gut um wahr zu sein, ist es aber – also gut UND wahr!

Master- Regler - 87€

Wie zuvor genannt gibt es zwei Versionen des DSL20, beide haben Nachteile.
Die Version1 ist dabei die aktuelle und bessere Schaltung, rauscht aber leider mehr. Um das Nebengeräuschverhalten zu reduzieren und zudem die tonale Vielfältigkeit zu erhöhen verbauen wir einen PPIMV, mit dem man die komplette Lautstärke des Verstärkers kurz vor den Endstufenröhren reduzieren kann.

Fixed-/Cathode Bias - 127€

Zum Schluss wird es noch ein bisschen speziell:

Der DSL20 hatte mir immer zu viel „Sag“, war also nicht spritzig/rockig genug. Neben der fehlenden Drossel (Choke-Mod) ist dafür die Kathoden-Bias-Schaltung verantwortlich. Abhilfe schafft hier der Umbau auf Fixed-Bias der Endstufenröhren.

Die Leistungsreduzierung (10/20-Watt) funktioniert allerdings nur mit der Kathoden-Bias-Schaltung, es muss sich automatisch nachregeln. Da die Umschaltung selbst, wie oben geschrieben, nur einen Kompromiss darstellt, trennen wir uns von der Originalschaltung und kombinieren einfach beide Sachen:

High: Fixed-Bias mit hoher Anodenspannung

Low: Kathoden-Bias mit niedriger Anodenspannung

Das schafft im High-Modus ordentlich Attack und volle Leistung. Im Low-Modus wird es bluesiger und weicher, die maximale Leistung ist reduziert, aber die Lautstärke wird beim Umschalten nicht merklich weniger – dafür hat man den Master-Regler.

 

Alle oben genannten Pakete: 397€

Marshall DSL15 Gain Mod

Der DSL15 ist ein knackiger kleiner Amp, schön leicht und kompakt. Leider ist aus unserer Sicht aber was schief gelaufen mit der Gain-Struktur der beiden Kanäle.

Der Classic Gain Kanal hat etwas zuwenig Gain abbekommen, dafür der Ultra Gain Kanal vielzuvielzuviel!!

 

Wir korrigigieren das.

Der Classic Kanal geht dann bis classic Rock und dem Ultra Kanal bauen wir das Ultra aus. Hat immer noch genug Gain für singende Leads, aber man kann auch mal über 3 aufdrehen ohne dass alles quietscht und pfeift.

Das funktioniert natürlich auch beim Combo DSL15C!

 

Preis: 127,- Euro

Hi Captain,

vielen Dank für die Gain Mod des DSL15H! Der Amp ist kaum wiederzuerkennen und das im positiven Sinne. Jetzt sind die beiden Kanäle gainmäßig schön ausgewogen.
Im Classic-Channel kommt jetzt auch bei Single Coils mit durchschnittlichem Output klassisches Gain. Sprich: Der Gain Regler regelt jetzt nicht wie vorher von "clean bis clean", sondern so wie es sich gehört von clean bis drive. So lassen sich klassische und dynamische Crunch-Sounds entlocken. Mit angenehmem Übergang zwischen clean und crunch bis hin zu schon mittelstarker Verzerrung. 
Und jetzt ist es auch tatsächlich ein in der Praxis brauchbarer Zweikanaler, denn nun macht der Ultrachannel im Gain etwa da weiter, wo der Classic Channel aufhört. Endlich ist hier das Gain auch nach Reglerstellung 3 brauchbar und dosierbar. Die Paula fühlt sich hier besonders wohl, nichts quietscht und fizzelt mehr, der Sound ist auch bei höherer Gaineinstellung noch definiert und durchsetzungsfähig. 
Vielleicht bilde ich es mir nur ein, aber ich meine, dass nun auch die 3-Band-Regelung wohltuender eingreift und der Amp weniger kratzig klingt. Auch schön: Der Amp hat auch im Ultrachannel nur vernachlässigbare Nebengeräusche. 

Jetzt klingt es endlich nach Marshall. 

Viele Grüße
Steve

Marshall DSL40 Clean/Crunch Mod

Der Marshall DSL40 ist ein feiner Combo mit zwei Kanälen, Reverb und reichlich Gain im Lead Kanal.

Alles gut, aber Clean und Crunch ist nur per Schalter an der Frontplatte umzuschalten. Wo doch beide super klingen.

 

Also machen wir das per Fußschalter umschaltbar! Und damit man dann den Lautstärkesprung von Clean nach Crunch einstellen kann brauchts einen zusätzlichen Regler: Clean Drive.

 

So wird aus dem Amp ein 3-Kanaler!

 

Der Fußschalter bekommt eine LED damit man immer weiß in welchem mode man sich befindet.

 

 

Preis: 277,- Euro (incl. Fußschalter)

Marshall 6100 Heavy Mod

Der Marshall 6100, der zum 30. Jubiläum der Firma 1992 auf den Markt kam, ist ein bewährtes Arbeitstier und mit drei Midi-schaltbaren Kanälen recht flexibel. Dabei hat er einen ordentlichen Clean Kanal, einen Crunch Kanal mit drei Gain-Presets und einen fetten Lead Kanal.

Aber das ist dem Christoph von The Bombshells nicht genug. Er braucht mehr Gain, fettere Bässe und mehr Druck. Besonders der Mode A vom Crunch Kanal war zu schlapp und so für ihn nicht nutzbar. Wir haben ein bisschen die Schaltung verändert und eine Schippe Gain nachgelegt.

Und weil alle drei Modes jetzt richtig brauchbar sind haben wir sie fußschaltbar gemacht.

 

Im Vergleich zu seinem Engl fehlte ihm im Lead Kanal der Druck. Der Marshall ist dagegen differenzierter und matscht nicht so. Wir haben mehr Bumms eingebaut, ohne ins Matschige abzudriften. Und zudem das Gain-Niveau ein wenig angehoben, damit die Noten schön singen. Und die Boost-funktion ist jetzt ebenfalls fußschaltbar.

Somit kann man per Fußschalter jetzt zwischen drei Crunch-Sounds und zwei Lead-Sounds wählen. Damit sind insgesamt 6 Sounds abrufbar! Die Schalter an der Frontplatte sind nur aktiv wenn kein Fußschalter angeschlossen ist.

Das erhöht die Flexibilität ungemein und der Amp deckt von Clean über Crunch und Lead bis hin zum High Gain die ganze Palette ab.

 

Preis incl. der beiden Fußschalter mit LEDs 477,- Euro

Marshall Class5

Man meint immer 5 Watt seien nicht laut. Von wegen! Der Marshall Class5 brüllt mit seiner einsamen EL84 so laut daß er nicht mehr als Bedroom-Amp durchgeht, zumindest bei den meisten Nachbarn :)

 

Ein regelbares Powersoak schafft Abhilfe:

Die Ausgangsleistung kann stufenlos bis auf null zurückgeregelt werden. Ein Kippschalter versetzt den Amp in Originalzustand wenn's mal laut sein muß.

 

Preis ab 127,- Euro

 

... mehr Info zum Captain Power Soak ...

Marshall Lemmy "Murder One" 1992LEM Mod

Für alle die keinen der auf 250 Stück limitierten Serie der "Murder One" Amps abgekriegt haben (oder denen er einfach zu teuer war) gibts hier die 1992LEM Captain Mod.

Exakt nach den Vorgaben des Originals werden 1959 Reissues oder auch 1992 oder 1959 jeden Baujahrs auf Lemmys Sound getrimmt.

 

Preis: ab 187,- Euro

 

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