Captain Add-On Reverb/FX/Boost

Vielen Freunden der klassischen Verstärker fehlt es einfach an Flexibilität. So ein Tweed Deluxe zum Beispiel hat schon einen schönen Ton, aber halt nur EINEN Ton. Mit dem Captain Deluxe Amp 2C hat man schon mal eine zweite Einstellung parat und kann so zwischen Clean und Crunch umschalten, aber ein Reverb wär schon schön.

Oder ein Einschleifweg.

Oder ein Solo-Boost.

Oder mehr Gain.

 

Für diese Fälle gibts den Captain Add-On Reverb/FX/Boost, kurz RFB.

Der Captain RFB ist super-flexibel und vereint gleich drei funktionen:

  • Federhall
  • Paralleler Effekt-Einschleifweg
  • Boost

Und alles 100% Röhrengetrieben für maximalen Sound. Es werden wie immer beim Captain nur hochwertige Bauteile verwendet, u.A. ein Reverb-Trafo von Mercury Magnetics.

Der Captain RFB passt in quasi jeden Verstärker und wird über drei Regler und einen Doppel-Fußschalter bedient. Hier im Bild ist er in einem Blues Junior III verbaut, der eingentlich schon einen Reverb eingebaut hat. Leider ist der mit Operationsverstärkern betrieben und klingt eher klein und schachtelig.

Die Funktionen im Einzelnen:

Mit dem Send-Regler steuert man sowohl den Ausgangs-Pegel für den parallelen Effektweg als auch die Intensität, mit der die Hallspirale angesteuert wird. Bei den alten Reverb-Tanks hieß der Regler Dwell. Je nach Ansteuerung klingt so eine Hallspirale nämlich völlig unterschiedlich, von Surf bis Kathedrale ist alles möglich.

Mit dem Return-Regler bestimmt man den Effektanteil vom Einschleifweg, der dem Originalsignal zugemischt wird. Die Funktion des Reverb-Reglers ist hinlänglich bekannt.

Per Doppel-Fußschalter kann das Reverb- und das FX-Signal einzeln zu- oder abgeschaltet werden.

 

Wird kein Effekt eingeschleift, kann mittels der Send- und Return-Regler das Signal reichlich geboostet und so der Amp in die Verzerrung gebracht werden. Der Effekt-Fußschalter dient dann als Boost On/Off Schalter, der Send als Gain und der Return als Master. Hier kann man auch einen Solo-Boost realisieren: Return weit auf und mit dem Send die Lautstärke einstellen. Andersherum: Send weit auf und man hat einen zusätzlichen Zerrkanal. Mit dem Return wird dann die Lautstärke eingestellt.

 

Maximale Flexibilität war das Ziel. Gelungen, würd ich sagen!

Hier in einem Captain Deluxe Amp 2C. Im Einschleifweg hängt ein Vahlbruch Space Time, so hat man Reverb und Delay in einem Tweed Amp zur Verfügung! Der Effektanteil kann seperat über die Regler Reverb und Return eingestellt werden und beide Effekte können per Fußschalter zu- oder abgeschaltet werden.

Dabei bleibt der Original-Sound vom Amp unberührt. Das Signal wird nur abgegriffen und das Effektsignal wieder zugemischt.

 

Und hier nochmal der Blues Junior mit dem Captain RFB.

Leider ist hier nicht genug Platz für die große 425mm Hallspirale. Aber die kleine 235mm mit drei Federn erzeugt auch schon einen sehr räumlichen Hall.

 

In einem Tweed Pro ist natürlich mehr Platz, z.B. im Victoria 35115T.

Aber auch alle anderen Tweed Amps sind geeigent. Ausser der Champ, da ist leider nicht genug Platz. Und natürlich auch alle anderen Amps die keinen Reverb und/oder keinen Einschleifweg haben.

 

 

Im Verstärker muß ein Loch für die Anschlußbuchse gebohrt werden und die Hallspirale und der Captain RFB müssen angeschraubt werden. Bei alten, unverbastelten Vintage-Schätzchen sollte man also nachdenken, ob man den Originalzustand opfern möchte.

Preis: ab 437,- Euro (incl. Einbau und Fußschalter)

 

Der RFB im Marshall 1974X

Auch hier fügt der Captain RFB den süßen californischen Reverb dem britischen Classic-Rock-Sound bei. Und mit der Boost-funktion wird der kleine Bluesbreaker zum2-Kanal-Amp!