JVM410 Mod

Kein Wunder, dass die JVM Reihe von Marshall derart gehypt wird. So viel „Marshall“ hat man selten für sein Geld bekommen. Oder sollte man eher sagen, so viele „Marshalls“?

In der 410er Version bekommt man 4 Kanäle, mit jeweils 3 Gainstufen. Jeder Kanal mit Gain-& Volumen-Regler und 3-Band Klangregelung. Zu jedem Kanal ein Reverb-Regler, zwei umschaltbare Master, Presence und Resonance. Parallelen und Seriellen Effektweg, einen klasse Fußschalter und das Ganze noch MIDI-fähig...puh...ein Haufen Zeug in der Kiste!

Und das schreckt auch viele ab! Schon der Anblick von 28 Reglern + 8 Druckknöpfe in 2 Reihen auf der Frontplatte lässt den Vintage-Puristen Abstand von diesen Monster nehmen. Ich gebe zu, man fühlt sich anfangs überfordert.

Anders betrachtet: Einen alten 1987er + 2203er, zusammen mit nem Silver Jubilee und einem JCM800 im heimischen Musikzimmer haben zusammen genauso viele Knöppes, davon fühlt sich keiner abgeschreckt, das ist eher pures GAS! Und jeder kennt sich aus.

Beschäftigt man sich 2 Minuten mit dem JVM, sieht man Ähnlichkeiten. 5 Regler pro Kanal, pro „Amp“, eigentlich ganz einfach! Und alles in einem Amp, Super!

Die Jungs von Marshall haben sich beim JVM echt ins Zeug gelegt, keine Frage. Aber irgendwo muss doch ein Haken sein – richtig, ein paar Schwachstellen hat das Ding:

  • Die Overdrive Kanäle haben unfassbar viel Gain!! Neben den extremen Nebengeräuschen macht sich das übermäßige Gain durch unangenehmes Pfeifen und Quietschen bemerktbar, wenn man den Gain-Regler jenseits von 9 Uhr dreht. Deshalb gibt’s auch die Anti-Gain-Mod, die wir schon seit einiger Zeit erfolgreich und zur Zufriedenheit etlicher Anwender verbauen.
  • Der Clean-Kanal klingt etwas harsch, wenn man ihn mit Californiern vergleicht.
  • Der Sound im Crunch-Kanal ist klasse, leider füllt er nicht die Lücke zwischen Clean und Overdrive. Und da wir auf alte Marshalls stehen, könnte man den Channel nicht dahin tweaken?
  • Der OD1 und OD2 Kanal sind, bis auf die Einstellfrequenz des Mittenreglers, identisch. Der OD2 klingt dadurch etwas moderner. Ein größerer Unterschied zwischen den beiden Kanälen wäre doch wünschenswert.
  • Die Lautstärkesprünge der Kanäle (Modi) zueinander ist oft sehr groß. Um den Amp live benützen zu können muss man viel mit den beiden Masterregler rumspielen, was ja nicht der eigentlicher Sinn der beiden Masters ist. Die möchte man ja als Solo-Boost nutzen.
  • Es fehlt ein bisschen an Lebendigkeit und Ansprache. Der Ton ist zwar gut, aber das Feeling fehlt!

Um die Problemchen in den Griff zu bekommen haben wir einen Modifikationskatalog entwickelt, der die einzelnen Themen ansprechen soll - klar kann man nicht alle Modifikationswirkung klar abgrenzen, aber die Hauptänderungen sollten "wählbar" sein.

(den "infamous" C83-Mod verwenden wir nicht)

Voicing der Kanäle

 

Anpassung des Klangcharakters der einzelnen Kanäle. Vor Vergleichen zu alten Vorbildern wollten wir hier Abstand nehmen, denn da wird viel Schindluder getrieben. Deshalb an dieser Stelle eine sachliche Beschreibung:

  • Clean: weicherer, runderer Sound, ohne schrille Höhen.
  • Crunch: offenerer Sound mit mehr Drive, als würde man einen Booster vorschalten. Außerdem bekommt der Kanal mehr Tiefe und Dimension. Als würde man in den Speaker kriechen.
  • OD1: Neuer 80er Jahre Hard Rock Sound. Nicht so modern, wie die OD's normalerweise sind und dafür mit mehr Bassfundament. Im Gain reduziert (die große Veränderung bringt die Anti-Gain Mod).
  • OD2: Hier steckt jetzt der "normale" OD1 aus dem JVM. Um für den neuen Kanal Platz zu schaffen ist er eine Etage weiter geschoben worden.

Preis: 167,-€

Vintage-Style Mod

Mit dieser Mod wir der komplette Amp mehr in Richtung Vintage verschoben. Der Kathodenfolger wird dabei auf die Schaltung der Plexi-Amps umgebaut. Der Amp wird etwas weicher und cremiger, mehr in Richtung Eddies Brown Sound. Der Unterschied ist abhängig vom Kanal und der jeweiligen Einstellung, aber für den Gesamtsound des Amps von entscheidender Bedeutung, denn die letzten kratzigen Höhen verschwinden.

 

Preis: 37,- Euro

Clean Green/Crunch Boost

folgendes Szenario: man spielt den Clean-Kanal im gelben und roten Modi mit Gain unter 12 Uhr, um realtiv clean zu bleiben - beim Umschalten auf den grünes Modus fällt dieser sehr in der Lautstärke ab. Durch den Boost wird die Lautstärke der Modi angeglichen. Netter Nebeneffekt: auch der Crunch grün wird im Gain erhöht.

 

Preis: 67,-€

Anti-Gain-Mods

 

Anti-Gain-Mod

Gain-Reduction in Clean rot, OD1/OD2 gelb und rot.

Clean rot rückt dadurch näher an die anderen Modi des Kanals. In OD1/OD2 wird durch das Gain auch die Kompression redudziert, der Sound wird offener/dynamischer, die Rauschfahne wird reduziert.

Preis: 97,-€

 

Anti-Gain Mod mit Gain-Schalter

Zur Anti-Gain-Mod ein zusätzlicher Schalter an der Rückwand um die Gain-Reduction in zwei Stufen zu schalten. Low ≙ ca. 25% des ursprünglichen Gains, High ≙ 50%.

Preis: 147,-€

 

Bite-Regler

Zum Einstellen des „Bisses“ der Verzerrung, v.a. im Crunch Channel wahnsinnig geil! Einstellbereich geht vom Stock Sound, der eher kratzig ist, bis hin zu leicht sahnigem Overdrive. Schwer zu beschreiben, unbedingt in der Lounge ausprobieren!

Zusätzlicher Drehregler an der Rückwand.

Der Bite-Regler kann getrennt von den Anti-Gain-Mods verbaut werden, ist aber dann nicht ganz so effektiv.

Preis: 77,-€

 

Komplett-Anti-Gain-Mod mit Schalter und Bite-Regler:

Preis: 207,-€

 

Backpanel Ansicht mit allen Mods

Negative-Feedback-Mod

 

Das negative Feedback in der Endstufe (fast) aller Röhrenverstärker sorgt für mehr Stabilität und lineareres Frequenzverhalten. Das ist sehr wichtig für prüglende Bässe in Drop-D mit fett Gain. Dass es auch ganz ohne dieses Feedback geht, zeigt der VOX AC30. Der Ton wird rauher und dynamischer. Das braucht man für Classic Rock und Blues, es gibt einem dieses dynamische Spielgefühl, der Amp "atmet". Mit dem NFB-Regler kann man seinen persönlichen Sweet-Spot zwischen Böse und Rock'nRoll einstellen.

Preis: 77,-€

Choke Mod

Eigentlich eine Schande, dass Marshall ab Werk keine Drossel in die JVM's packt. Die Weiterentwicklung nach Santrianis Vorstellungen, der JVM410HJS, hat aber eine spendiert bekommen, sinnvoller Weise. Das Feeling des Amps wird mit Drossel dynamischer, die Ansprache verändert sich, der Antritt wird explosiver. So wie wir das von den 100Watt JMP Amps kennen. Der Grundsound, die DNA, wird nicht verändert.

Preis für die Mercury Magnetics Drossel incl. Einbau: 107,-€

Paketpreise

Volle Hütte

Komplettpreis der JVM Mods, wie oben beschrieben (ohne den ELO-MOD)

Preis: 497,-€

 

Captains Favorite

Und wem die ganzen zusätzlichen Knöppe zuviel sind, der bekommt die Mods auch mit Captains Lieblings-Sound voreingestellt, ohne die zusätzlichen Schalter und Regler auf der Rückwand.

Preis: 397,- €

 

Gelegentlich haben wir gebrauchte 410er mit frischer Inspektion und der "Volle Hütte" Mod zum Verkauf oder im Austausch.

Bitte unter On Sale nachsehen oder in der Lounge anfragen.

 

Und hier zum Download:

Manual für Marshall JVM410 Captain Mod "Volle Hütte"
JVM Manual v1.0 Web.pdf
PDF-Dokument [691.8 KB]

Add-On: Checkerboard Front

Ein optisches Highlight für den 410er, damit folgt das Aussehen den inneren Werten.

So hat der Amp den Rock'n'Roll schon wenn er nur dasteht!

Original Marshall Checkerboard Grillcloth, wahlweise mit Captain- oder mit Marshall-Logo (im Austausch).

Passt natürlich auch am JVM205H!

 

Frontpanel mit Checkerboard-Bespannung im Austausch: 67,- Euro

Und natürlich gibts das auch für den 2x12" Combo, wahlweise mit Marshall- oder Captain Logo (im Austausch).

 

Frontpanel mit Checkerboard-Bespannung

im Austausch: 97,- Euro

Add-On: ELO-Mod

Nein, hier geht's nicht um Soundanpassung nach den Geschmäckern von Phil Bates oder Jeff Lynne - es geht um den Emulated-Line-Out des JVM. Von der XLR-Buchse am Amp kann man ein frequenzangepasstes Gitarrensignal direkt ans Mischpult, den Recorder, oder sonstige Geräte schicken. Angedacht war es als Alternative zur gängigeren Methode: den Amp an einer Lautsprecherbox zu betreiben und mittels Mikrofon den Ton ins Mischpult zu schicken.

Der ELO besitzt eine vorgeschaltete Frequenzanpassung, welche einen Speaker "emuliert", d.h. bestimme Frequenzen werden verstärkt oder abgeschwächt, ebenso wie es ein Speaker tun würde.

 

Zwei Schwachstellen haben sich beim Test des ELO's herausgestellt.

  • Das Signal ist durchaus brauchbar, bei genauerem Hinhören fallen aber die überdimensionierten Bässe unangenehm auf. Das Signal wirkt schnell matschig, so dass viel Nacharbeit am Pult nötig wird - wenn die Spur überhaupt noch zu retten ist.
  • Der Abgriff des ELO liegt vor den beiden Master-Reglern, d.h. sie sind im ELO nicht aktiv. Im Liveeinsatz ist somit eine Lautstärkenanhebung mittels Umschalten der Master nicht möglich, wenn man direkt ins Mischpult spielt. Außerdem scheint der Pegel des ELO-Signals recht hoch, das Mischpult übersteuert schnell.

Abhilfe schaffen hier:

 

ELO-Tone Mod

Reduzierung der Bässe im Emulated Line Out. Das Signal wird transparenter und matscht nicht mehr.

Preis: 37,-€

 

ELO-Master Mod

Der Abgriff des ELO erfolgt nach den Master-Reglern, die Einstellung des aktiven Master Reglers bestimmt den Ausgangspegel.

Auch mit Umschaltung des Abriffes (Pre/Post-Master) realisierbar.

Preis: 37,-€

 

mit Pre/Post-Master Schalter:

Preis: 67,-€

 

Komplettpaket Master+Tone-Mod Pre/Post:

Preis: 97,-€

Add-On: Mercury Magnetics Transformers

Transformatoren sind das Herz eines Röhrenverstärkers. Neben dem Lautsprecher ist der Ausgangsübertrager das wichtigste Bauteil.

Mercury Magnetics Trafos sind die besten Trafos am Markt. Die Jungs haben wirklich Ahnung und für den JVM einen Trafosatz entwickelt, der den Amp offener, differenzierter und dynamischer macht. Der Ausgangstrafo hat naturgemäß dabei den größeren Anteil zur Soundverbesserung. Es gibt sogar einen OT der mit 6L6 5881 KT66 6550 oder KT88 Endstufenröhren funktioniert! Die Trafos sind alle FAT STACK, das heisst sie haben einen größeren Eisenkern, der mehr Energie übertragen kann.

 

Ausgangsübertrager:

MAR-JVM100-O     OT  für EL34  475,- Euro

MAR-JVM100-OS   OT  für 6L6/5881/KT66/6550/KT88  493,- Euro

Netztrafo:

MAR-JVM100-P/E   PT   560,- Euro

 

Der Einbau kostet 67,- Euro für einen Trafo bzw. 97,- Euro für beide.

Bei der Vollen Hütte und Captains Favotite ist der Einbau kostenlos dabei!

Ausprobieren erlaubt!

Die "Volle Hütte" haben wir in einem Demo-Amp verbaut, der jederzeit zum Antesten in der Lounge bereit steht. Nimm deinen JVM mit und wir machen einen A/B-Vergleich an einer Box.

Schlusswort

 

Sensationell, was der Amp ab Werk schon kann!

Mit den Mods wird er dann noch runder im Ton und ist damit von Clean über Blues und Rock bis zum Hard Rock der perfekte Partner.

Die Ultra-High-Gain Settings fallen weg, aber alle Kanäle sind besser aufeinander abgestimmt, ohne die Vielseitigkeit zu beeinflussen. Ein weiterer Schritt in Richtung ELWMS-Amp (Eierlegendewollmil...) für den normalen Hardrocker, der alles bedienen möchte.

 

Eine Sache am Rande, die über den JVM selten erwähnt wird:

Für diejenigen, die den Amp in einem Dual-Amp Setup benutzen/benutzen wollen, seien gewarnt. Der JVM beinhaltet eine geschickte und effektive Umschaltmimik in der Vorstufe, welche lediglich eine Röhre, also zwei Trioden, in den Signalpfad mit einbringt. Wie gesagt, einfach und effektiv und durchdacht! Der geneigte Leser& Röhrentüftler weiß aber, dass eine Triode die Phasenlage des Signals verschiebt, nämlich um 180°. Je nachdem in welchem Modus man sich befindet und wieviel Trioden dann im Signalweg liegen, ist das Signal aus dem Lautsprecher entweder 0° verschoben, 180° verschoben, oder um 360° verschoben, was wieder 0° entspricht.

Spielt man den Amp alleine, macht das keinen Unterschied, kommt aber ein zweiter Amp dazu, der vielleicht noch genau daneben steht (in einer Backline aus 2 Marshall Fullstacks etwa) kann das Ärger geben (und nicht nur mit den Nachbarn!! ;). Dann nämlich, wenn die Phasenlagen zwischen den beiden Amps um 180° verschoben ist. Das hört sich dann so an, als wäre eine Box Out-Of-Phase verdrahtet, der Sound wird also recht dünn/ohne Bass.  Für dieses Problem gibt es keine Lösung. Aber gut wenn man weiss, was passiert!

Kommentare

Hallo Captain und Team,

Nach den ersten Test auch mit Band stellt mich der Umbau von meinem Marshall 410h vor Probleme!

Ja ich kann mich einfach nicht entscheiden welchen der Sounds ich auswählen soll, die sind jetzt alle geil!

Ich kann nur sagen, das ist es was ich gesucht habe.

Super Arbeit nochmals Danke und Grüße aus Kriftel

Micha

Servus Captain und HaenC,

ich wollte noch mal kurz Rückmeldung über die Modifikation des Amps geben, den ich jetzt ausgiebig getestet habe: Nach dem kleinen Intermezzo von DHL ist der Amp dann doch noch wohlbehalten bei mir aufgetaucht. Na ja, DHL ist schon manchmal seltsam.......

Die Modifikationen haben sich aus meiner Sicht richtig gelohnt, da der Amp nun deutlich mehr Tiefe und kaum noch wahrnehmbare kratzige Höhen hat. Die Kanäle sind sehr gut aufeinander abgestimmt und der Lautstärkesprung von Clean auf Crunch ist deutlich reduziert. Besonders im OD-Kanal sind Gain-Einstellungen auch über 12 Uhr nutzbar ohne dass störende Geräusche oder massive Rückkopplungen auftreten.

Allerdings gefällt mir der Clean/Crunch Kanal am besten. Der Orange und Red Mode liefern hier wirklich klasse sehr ausgewogene Sounds, die fast exakt meinen Vorstellungen entsprechen.

Mit einer Paula oder Strat klingt das verdammt gut! Der Clean Kanal könnte allerdings noch einen Schnaps mehr an Punch gebrauchen, wobei der wirklich sehr schön und klasse klingt.

Super ist auch die NFB- und Bite-Regelung, so dass hier jeder seinen Sound individuell einstellen kann.

Alles im allen eine wirklich sehr gute und professionelle Arbeit, die Ihr da abgeliefert hat. Allerdings würde mich wirklich mal interessieren was ihr denn alles so geändert habt.

Ich habe da mal in den Amp reingeschaut und konnte außer den Kabeln für die zusätzliche Regelung (NFB und Bite) nichts Außergewöhnliches entdecken. Hier an der Stelle ein großes Dankeschön an HaenC, der sich mit einer schönen Widmung im Inneren des Amps verewigt hat- eine echt coole Geschichte!

So, das war's! Noch mal vielen Dank für die Modifikation, die meine Erwartung wirklich übertroffen hat!

Wenn ich demnächst mal im Süden bin, werde ich bei Euch mal reinschauen. Falls Eure Gitarren genauso gut sind wie die Amp Mods, dann gibt es keinen Grund lange zu warten……

Viele Grüße Ralf

Hi Captain und Team,

der Amp ist heute wohlbehalten bei mir angekommen. Ich hab ihn vorhin gründlich getestet. Da habt Ihr echt einen geilen Job gemacht!!! Er klingt super!!!

Er ist durch die neuen Regler noch flexibler und durch die Anpassung der Lautstärkeunterschiede viel ausgewogener.

Jetzt ist der Amp eine Einheit und keine Ansammlung von verschiedenen Sounds mehr!
Vielen Dank an Dich und Dein Team für die erstklassige Arbeit!

Liebe Grüße

Robin

 

Nachdem ich jetzt alle Modes mit der Volle-Hütte-Mod ausgiebig getestet habe, hier meine Eindrücke über die einzelnen Modding-Module.

  1. Voicing der Kanäle: etwas schwer vergleichbar, da nicht auf Stock umschaltbar. Primär vermutlich Pegelanpassungen der Modes untereinander jedes Kanals sowie Voicing-Feinabstimmungen.
    Die Soundänderungen sind insgesamt eher subtil als unmittelbar ins Auge springend.
  2. Vintage-Style-Mod: Ebenfalls schwer vergleichbar, da nicht auf Stock umschaltbar. Die Soundänderungen sind ebenfalls eher subtil.
  3. Clean/Crunch-Green-Boost (schaltbar): Das ist absolut eine tolle Sache für alle, die (vor allem im Clean-Green Mode) mit Gain-Einstellungen bis ca. 12 Uhr arbeiten.
    Damit wird in diesen beiden Modes das Signal (Gain) deutlich angehoben, sodaß der Clean-Green nicht mehr so leise ist (verglichen mit den anderen beiden Modes des Clean-Kanals).
    Für manchen vielleicht ein netter Nebeneffekt: Auch der Crunch-Green wird hier geboostet, sodaß der nach einem kräftig angeblasenen Vox klingt.
  4. Anti-Gain-Mod (schaltbar): Unverzichtbar! Früher benutzte ich den OD1-Orange-Mode mit Gain auf 9 Uhr, damit er nicht so extrem komprimierte und die Ansprache zumindest teilweise als direkt zu bezeichnen war.
    Mit eingeschalteter AGM kann ich jetzt diesen Mode bei Gain auf ca. 14 Uhr nutzen, um die gleiche Verzerrung wie vorher zu bekommen. Allerdings mit etwas weniger Kompression und wirklich direkter/dynamischer sowie aufgeräumteren Mitten.
    Außerdem kann man jetzt endlich auch die roten Modes der OD-Kanäle tatsächlich nutzen und sie klingen richtig geil. Hier hat man dann natürlich wieder mehr Kompression, was aber für HighGain-Lead oder HighGain-Riffing à la Whitesnake (Album: Slip of the tongue) oder die ersten VanHalen-Alben durchaus echt Spaß macht.
    Sehr angenehmer Nebeneffekt: Der für mich vorher nicht relevante/nutzbare Clean-Red Mode (wegen Gain auf 3 Uhr) wird endlich im Gain drastisch reduziert, sodaß auch dieser Mode jetzt nutzbar ist.
    Er hat jetzt nur noch etwas mehr Gain als Clean-Orange, hat aber dafür ein ganz anderes Voicing und wird dadurch echt interessant.
    Fazit: Die AGM hab ich zugegebenermaßen jetzt dauerhaft auf LOW (minimales Gain) eingestellt !
  5. Bite-Regler (regelbar): Geile Sache !  Mit diesem Regler kann man stufenlos der doch eher leblosen Gain-Struktur mehr Biss (oder Pfeffer) einhauchen. Nachwürzen nach Belieben!
    Besonders eindrucksvoll im Crunch-Kanal aber auch in den OD-Kanälen noch spürbar wirksam. Steht jetzt bei mir immer so auf 11 Uhr.
  6. Negative-Feedback-Mod (regelbar): Geile Sache!  Hiermit läßt sich die Gegenkopplung der Endstufe stufenlos zwischen 60’s Plexi (sehr straff) über die JVM-Stock-Einstellung über Eddies-Plexi bis hin zu „Quasi nicht mehr vorhanden“ (à la VOX) einstellen. Die Endstufe und der gesamte Ton wird dadurch ungebremster, offener, explosiver und dynamischer (vor allem im Mitten- und Bassbereich). Steht bei mir jetzt immer auf 10:30 Uhr (Eddie’s Plexi).
  7. Choke-Mod: Ganz wichtig! Der Widerstand im Netzteil wird hier (wie es sich für einen Marshall gehört) durch eine ordentliche Drossel (Mercury Magnetics) ersetzt.
    Soundtechnische Wirkung: Der gesamte Amp bekommt mehr Signaltiefe und ein schnelleres und wuchtigeres Ansprechen (ich nenne es mal „Durchschlagskraft“). Diese Mod ist absolut unerläßlich!

Fazit: Alles in allem ein gelungenes Modding-Paket, das jedem JVM gut „steht“. Ich würde die Volle-Hütte-Mod jedem JVM-User uneingeschränkt empfehlen!
Mit diesen Modifikationen holt man bedeutend mehr aus dem Amp heraus. Diverse Modes werden dadurch überhaupt erst sinnvoll nutzbar und die bereits vorher nutzbaren Modes legen mächtig an Substanz zu.

Nebenbei für technikinteressierte: Alle (für die Mods) zusätzlichen Signalleitungen im Innern sind mit ordentlichen abgeschirmten Kabeln ausgeführt.

Hans (2018)

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